Jetzt haben wir Peru endgültig hinter uns gelassen und starten nun mit grosser Neugier unsere Rundreise in Ecuador. Peru war uns ein wunderbares Gastland und das Reisen dort machte uns riesigen Spass. Wir machten ganz tolle Bekanntschaften mit Einheimischen und hatten viele unvergesslich schöne Erlebnisse, die unsere Reiseerfahrungen angenehm bereicherten.
In der nebelbedeckten Grossstadt Lima verweilten wir nur kurz, genossen aber die hervorragende Gastfreundschaft des Club Suizo, speziell des Wirtenpaars Nicole und Noldi sehr. Dafür möchten wir uns nochmals ganz herzlich bedanken! In Lima wollten wir seit langem wieder mal ins Kino gehen. Wir planten, den neuen Disney-Film „Herbie“ anzusehen, welcher dann aber, wie sich beim Ticketschalter herausstellte, nur in Spanisch gezeigt wurde. Nun, das trauten wir uns dann doch nicht ganz zu.
Nach Lima zog es uns wieder in die Berge, und zwar in die grandiose Gegend von Huaraz. Kurz vor der Stadt Huaraz machten wir einen ersten Abstecher in den Nationalpark Huascaran, zum Gletscher Pastoruri und vorbei an den riesigen Blüten der Puya Raimondi Pflanze. In Huaraz quartierten wir uns beim unter den Reisenden bekannten Hotel Club Andino ein, welches von einer Schweizerin geführt wird und mit der Einzigartigkeit der Schweizer Gastfreundschaft wirbt. Wenn das so ist, sieht das aber für den Schweizer Tourismus schlecht aus... Die Preise sind allemal Schweizerisch! Auf alle Fälle hielt uns in Huaraz nichts länger als eine Nacht, da auch die Stadt nicht viel schönes zu bieten hat, ausser eine gewaltige Aussicht auf die umliegenden Berge der Cordillera Blanca. So nebenbei: Hier versuchten wir wieder unser Kino-Glück und scheiterten auf ein neues. Bis zum vorigen Tag wurde der Film „Touching the Void“ gezeigt, welcher in dieser Gebirgsregion gedreht wurde. Aber wie gesagt, bis zum vorigen Tag!
Dafür besichtigen wir die präinkaischen Ruinen von Wilcahuain und besuchten die Thermalbäder von Monterrey, wo wir im herrlichen Innenhof des Hotels eine Nacht campieren konnten. Daraufhin machten wir uns auf eine Rundfahrt durch das Ulta-Tal über den Paso Punta Olimpica nach Chasca und wieder zurück über Yanama zu den Lagunen von Llanganuco. Die Strecke führte uns durch imposante Gebirgslandschaft, vorbei an türkisblauen Lagunen, hoch zu schwindelerregenden Pässen (um die 4800 m) und vorbei an mehreren Buschbränden. Wegen einem sich unheimlich nähernden Brand, mussten wir einmal unser Nachtlager in eine Steingrube verlegen.
In dem herrlichen Nationalpark planten wir unsere Wanderschuhe wieder einmal zu montieren und die Rucksäcke aufzuschnallen. In Yungay fanden wir dann einen super Platz für unser Büssli, nämlich bei der Rettungseinheit der peruanischen Bergpolizei. So konnten wir uns dann getrost auf unsere mehrtägige Wanderung begeben. Gut gerüstet und voller Tatendrang machten wir uns dann auf den Weg, von Vaqueria aus den Llanganuco-Santa Cruz-Trek in Angriff zu nehmen. Die Wanderung führte uns durch eine faszinierende Hochmoorlandschaft, vorbei an wunderschönen Bergpanoramen, über den höchsten Punkt, den Paso Punta Union (4750 m), hinunter ins Santa Cruz-Tal, bis nach Cashapampa. Wir waren begeistert und richtig happy in dieser sagenhaften Kulisse wandern und zelten zu dürfen!
Erschöpft kehrten wir zurück nach Yungay, wo wir wieder herzlich empfangen wurden von der Bergwache, welche jedes Detail unserer Wanderung und Reise erfahren wollte. Am folgenden Tag legten wir dann wieder los in unserem Büssli. Die Strecke führte uns durch den spektakulären Cañon del Pato, wieder hinunter an die Pazifikküste. Dort nisteten wir uns für drei Tage im Hotel Huanchaco Garden in Huanchaco ein und genossen wieder einmal das Flanieren am Strand, Ceviche und Eis essen und den peruanischen Sonntagsausflüglern zuzuschauen. Von dort aus besuchten wir die Ruinen von Chan Chan der Chimu-Kultur, die Stadt Trujillo und die Tempelanlage Huaca de la Luna des Moche-Volkes.
Daraufhin rüsteten wir uns für den Endspurt in Peru. In Chiclayo besuchten wir noch den bunten und lebendigen Mercado Modelo mit seinem mystischen Kräutermarkt und in Lambayeque sahen wir uns die Ausstellung über die Grabfunde von Sipan an. Obwohl es uns sehr schwer fiel, Peru nun zu verlassen, da es noch unendlich viele interessante Dinge zu sehen gäbe, machten wir uns dann doch mit riesiger Vorfreude auf den Weg nach Ecuador. Gestern überquerten wir die Grenze bei Macara, wo die ganzen Formalitäten im nu von statten gingen und wir sehr freundlich empfangen wurden. Ecuador ist nun unser 6. und letztes Reiseland in Südamerika, bevor wir in ca. einem Monat nach Zentralamerika verschiffen!
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